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Psychotronic
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AW: Heute macht man Micro-Alben | Infografik
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31-08-2016, 09:48


Zitat von Moving.Moto:
@Psychotronic zu deinem Feedback-Kommentar: Ich denke ich auch an Anerkennungsverhältnisse. Achtung kann als Korrekturmaß eingesetzt werden, aber ist auch konstitutiv für die Situation des Kunsterfahrens auf Seite des Künstlers. Wie diese Lebensweltlich vorliegt kann hier nicht behandelt werden. Meine Vermutung lag im Bereich von Anzeigern in Form von Klicks, Likes und Kommentaren. Worin liegt im Veröffentlichen der Sinn, wenn er nicht Öffentlichkeit mit einbezieht? Vielleicht ist die Darstellung von Autarkie und das Schaffen just des Schaffens wegen die Übernahme eines Künstler-Cliché. Und vielleicht sucht der ein oder andere darin seine Anerkennung (Bsp. Schranz Hans).

Das erbauliche Moment der Rezeptionserfahrung der Rezipientenwahrnehmung ist Achtungstheoretisch für den Künstler wichtig, was nicht heißt zwingend nötig. Denkt ihr nicht ? @Dabey

Generell denke ich nicht an eine ästhetische Hygiene und Beschränkung der Veröffentlichungsmöglichkeiten. Wie seht ihr das Konsumverhalten bei eurer Musik?
Wäre es egal, wenn ihr mühevoll etwas Geschaffen habt und dies nicht wahrgenommen werden kann?

Du bist hier blöderweise nicht auf Soundcloud oder einem der größeren Hipster Portale, die würden deine Theorien sicher unterstützen.

Schreibst du da gerade deine Masterarbeit drüber oder bist du einer von den ehrlich Verrückten?

Also...

1. Jegliche Form von Klicks und Likes sind wie schnelles wixxen, sie machen mal kurz Spaß, sind aber keine tiefer gehende Erfahrung. Ehrlich gesagt interessieren mich die Feedback Systeme der postmoderen Hipsterwelt nicht mehr, ich bin darüber hinweg. Wenn nur ein Kommentar dabei ist der wirklich erfasst was ich da gemacht habe und hierzu eine valide inhaltliche oder auch technische Kritik äußern kann und sich dies auch traut, dann fühle ich mich bereichert. Selbst 50000 Klicks könnten mir das nicht ersetzen. Wobei mir hier zusätzlich auch noch klar ist, dass man Klicks auch kaufen oder selber über Botnetze hochdrehen kann.

Wie komme ich zu dieser radikalen Auffassung? Nun, ich mache seit 1998 als Amateur für mich privat schräge elektronische Musik. Ich hab all dieses Zeug schon mal mitgemacht und bin auf all diese Belohnungssysteme bereits reingefallen. Das Einzige was diese Erschaffen haben, ist eine stärkere Manipulierbarkeit des Menschen durch höhere Transparenz. Zusätzlich wird man so tief in diese Systeme eingebunden, dass man sich von ihnen abhängig macht und sie dir obendrein den Kopf mit Werbungsbasiertem Noise zuballern.

Fick das!

Zünde diese Scheiss iWatch iKlick iFick - Denke an! Verbrenne sie, reiß die entstehende Asche aus deinem verbleibenden Resthirn und fang endlich an zu denken anstatt nur Klick, Tweet und Messvieh zu sein.

Was denkst du warum wir hier ne Pre Web 3.0 Plattform als Wohnzimmererweiterung betreiben?

2. Ich höre fast den ganzen Tag Musik. Tagsüber meistens Stimmungs- oder Prozessunterstützende Playlists, Abends dann ganze Werke. Egal in welcher Form und Länge. Alle paar Wochen klicke ich mich noch durch Bandcamp und Soundcloud um meine Playlists variieren zu können oder gänzlich Neues zu entdecken. In den Küchen läuft als Hintergrundbeschallung Internet Radio. Manchmal auch Freitags mit Chatroom falls es keine sinnvolle Party in der Stadt gibt und ich ein bissel sub.fm wubb wubb brauche.
 
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Geändert von Psychotronic (31-08-2016 um 10:04 Uhr).
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